Warum Imker werden?
Aus Liebe zur Natur
Durch die häufigen Medienberichte zu den aktuellen Problemen der Bestäuberinsekten, also auch der Honigbienen, hat die Entwicklung der Imkerei
wieder Auftrieb erfahren. Erfreulicherweise finden in den letzten Jahren wieder mehr Menschen den Weg in die Imkervereine. Die Anzahl der Bienenvölker
geht trotzdem noch weiter zurück. Die Ursachen sind vielfältig. So halten Nachwuchs-imker am Anfang ihrer imkerlichen Tätigkeit noch weniger Völker als
gestandene Imker. Es sinkt damit die Anzahl der Bienenvölker pro Imker. In den Folgejahren wird sich dies jedoch positiv verändern. Leider nehmen aber
die Probleme mit den Bienen nicht ab.
Heutzutage könnte die Honigbiene höchstwahrscheinlich ohne den Imker nicht mehr überleben. Unsere rasant schlechter werdenden Umweltfaktoren,
gepaart mit den durch die Globalisierung weltweit ausbreitenden Bienenkrankheiten und Bienenschädlingen, machen es der Honigbiene sehr schwer, eine
ausreichend schnelle Anpassung an die gewandelten Umweltbedingungen zu erreichen.
Rund 80% der heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Durch die Bestäubung der Wildpflanzen
sichert die Honigbiene vielen Lebensgemeinschaften ihre Nahrungsgrundlage. Ohne diese würde nicht zuletzt auch die natürliche Artenvielfalt zurückgehen.
In der Landwirtschaft ist die Honigbiene das 3. wichtigste Nutztier hinter Rind und Schwein. Aus volkswirtschaftlicher Sicht beläuft sich der Wert der
Bestäubungsleistung der Honigbiene in Deutschland auf 2 Milliarden Euro jährlich.
An dieser Stelle kann jeder Imker einen wichtigen Beitrag leisten. Durch die Haltung von Honigbienen ist nicht nur der Natur und damit dem Menschen geholfen,
sondern auch ein weiteres Mosaiksteinchen in der Aufklärung der Mitbürgern gelegt. Jeder Neuimker wird überracht sein, wie groß die Aufmerksamkeit ist,
welche der Sache durch das persönliche Umfeld zu Teil wird. Dies ist die beste Basis, um auch bei Kollegen und Freunden ein Interesse an der Natur und der
Erhaltung unserer Umwelt zu wecken.
Faszination Bienenvolk
Die Honigbiene ist nicht einfach nur ein Insekt. Das Volk der Honigbiene ist ein Superorganismus,
dessen Faszination sich kaum ein Imker entziehen kann. Wer bereit ist, sich theoretische und praktische Kenntnisse anzueignen, wird immer wieder neue Facetten finden, für
die es sich lohnt tiefer ins Thema einzusteigen. Das Spektrum reicht von der Kommunikation, über die Orientierung, bis zur Fortpflanzung der Honigbiene - von der Bienenweide,
über die Bienenzucht, bis zum negativen Einfluß der Umweltgifte und Rückgang der Biodiversität.
Rendevouz der Sinne
Die Hektik des Alltags hinter sich lassen und die Aufmerksamkeit auf die Schönheit der Natur richten - dies ist am Bienenstand besonders gut möglich und
sogar notwedig. Denn ein ruhiges Arbeiten dankt das Volk seinerseits mit ruhigem Verhalten. Es ist einfach schön, die Bienen beim Anflug zu beobachten, von den
Farben der Pollenhöschen und der Abflugrichtung auf die Futterquelle zu schließen und den betörenden Geruch von Wachs, Propolis und Honig zu genießen, während
ein feines Summen der Arbeiterinnen, manchmal unterbrochen durch das brummen eines Drohns, ans Ohr dringt.
Nicht zuletzt des Honigs wegen
Honig ist gesund und belohnt einen bei jedem Frühstück nochmals für die Arbeit am Bienenvolk. Im Gegensatz zum billigen Importhonig, hat man beim eigenen
Honig die Gewissheit, Qualität und Schadstoffreiheit selbst bestimmen zu können und somit ein wirklich gesundes Bio Lebnsmittel auf dem Tisch zu haben. Wenn
alles gut läuft bringt uns ein Bienenvolk 20 bis 40 Kg Honig im Jahr. Zu einem Zusatzverdienst wird es bei einem Freizeitimker meist nicht reichen. Wenn man es
richtig anstellt, sollte es jedoch die Kosten der Imkerei decken können.

